Nach der Ankündigung vergangene Woche, erfolgt nun hiermit der Startschuss zum neuen Selbstversuch.

Das Selbstexperiment
Kategorie: Wochen-Experiment
Dauer: 07.12.2020 00:00 – 13.12.2020 23:59
Ziel: Eine Woche lang intermittierendes Fasten in Form 20/4
2 Teilnehmer: Mario und ich

Das Wochen-Experiment startet somit heute unter dem Motto: Eine Woche lang intermittierendes Fasten in Form 20/4!

Montag
Bevor der erste Tag anstand, musste ich mir erst einmal einen Plan zurecht legen, wann ich meine 4 Stunden einlegen würde, an denen ich nicht fasten würde. Es gab gleich drei Optionen für mich. Bei der ersten, würde ich meinen Start zur üblichen 16/8 Form beibehalten: 10:30. Die zweite Variante wäre von 09:30-13:30 (Frühstück und Mittagessen inklusive). Und die dritte wurde es schlussendlich: 13:00-17:00.

Im März 2018 nahm ich einen Monat lang intermittierendes Fasten in Form 16/8 als Selbstexperiment in Angriff. Seitdem bin ich diesem Muster treu geblieben, mit Ausnahmen von Urlaub und auch über’s Wochenende am Morgen.

Nun also die herausfordernde Variante 20/4.
20 Stunden fasten, 4 Stunden essen und mit Kalorien trinken.

Am ersten Tag, um 10:30, wo sonst üblicherweise meine Fastenzeit für 8 Stunden zu Ende ist, trank ich ein Glas Wasser, damit mein Magen auch weiterhin zur gewohnten Uhrzeit etwas zugeführt bekommt. Anschließend hatte ich keinerlei Probleme, noch nicht einmal ein Magengrummeln, bis es um 13:00 endlich soweit war. Aber aufgepasst: Das Essen war bereits um 12:47 zubereitet und ich… bekam gerade noch die Kurve und fing um eine Minute nach 13Uhr an zu essen.

Doch gleich am ersten Tag des Selbstversuches, wartete noch eine weitere Herausforderung auf mich. Nachmittags stand ein Besuch beim Augenarzt an, weswegen ich mir eine nahrhafte Banane eingepackt hatte. Diese wurde um 16:18 gegessen und das war es dann auch schon für den ersten Tag. Außer diesen 3 Stunden und 17 Minuten wurde artig gefastet.

Der erste Tag wurde gemeistert!

Dienstag
Der zweite Tag stand an und obwohl es gestern kein Problem war bis 13:00 zu warten, schaute ich heute schon am Mittag auf die Uhr und sehnte mir das Mittagessen herbei. Dieses Mal begann meine Essensphase um 13:03 und ging um 16:57 zu Ende, nachdem ich mein übliches Frühstück (Müsli) verspätet zu mir nahm.

Hatte ich gestern noch gänzlich auf Frühstück und Abendessen verzichtet, so gab es heute wenigstens noch ein spätes Frühstück. Aber mit den 20 Stunden Fasten, setzt man definitiv entweder bei einer, wenn nicht sogar gleich zwei Hauptmahlzeiten (Frühstück, Mittagessen und/oder Abendessen) aus. Lassen wir uns überraschen, was die Waage am Ende der Woche anzeigen wird.

Mittwoch
Zuerst einmal gibt es einen kurzen Rückblick auf gestern Abend. Als ich nämlich im Bett angekommen bist, hatte ich ein „Schlechtsein-Gefühl“. Ich musste mich zwar weder übergeben, noch hatte ich Schlafprobleme, aber ich wollte es an dieser Stelle mal erwähnt haben. Auch wenn ich mir nicht vorstellen kann, dass dies wirklich mit der 20/4 Variante zu tun haben kann.

Heute fiel mir jedenfalls auf, dass zwei Gewohnheiten etwas unter diesem Selbstexperiment leiden. Zuerst einmal meine morgendliche Routine, die Zähne zu putzen. Wurden diese doch die beiden vorangegangenen Tage erst nachmittags geputzt. Und des weiteren die tägliche Portion Obst, die etwas kleiner ausfällt (wenn überhaupt) als sonst.

Ansonsten läuft alles nach Plan, auch wenn ich heute um 16:34 auf einmal erschrak, als ich auf die Uhr schaute. Hatte ich doch nur noch 26 Minuten für mein „Abendessen“. Doch nach 23 Minuten war die Schüssel Müsli und am Ende noch auf die Schnelle eine Mandarine verdrückt.

Donnerstag
Die 20/4 Variante wird von Tag zu Tag mehr zur Routine, auch wenn es hier und da noch etwas hakt.
Heute Morgen hatte ich jedenfalls an das Zähneputzen gedacht und ich hatte mir gleich für nachmittags die Schokolade des Adventskalenders, wie auch Obst, bereitgelegt.

Und auch wenn ich an die Banane und Mandarine gedacht hatte, so wurden dennoch die Heidelbeeren im Kühlschrank vergessen, die an sich schon für gestern gedacht waren. Noch „besser“ lief es mit dem Weckmann, der mittlerweile schon zwei Tage von mir vergessen wurde und an den ich auch heute erst wieder gedacht hatte, als das Essensfenster bereits zwei Minuten geschlossen war…

Wie gesagt, so langsam gewöhnt man sich zwar an die 4 Stunden, aber es ist doch recht knapp bemessen, was das Essen angeht. Aber… es kann und soll ja auch ruhig mal ein bisschen weniger sein.

Freitag
Der letzte Arbeitstag der Woche. Die Zeit bis zum Mittagessen zog sich mal wieder ein bisschen länger hin als sonst. Bis 12Uhr war es zwar kein Problem, jedoch fing dann langsam aber sicher die Vorfreude auf’s Essen an.

Um nach dem Mittagessen ja nichts zu verpassen, hatte ich mir dieses Mal stündlich eine Erinnerung gesetzt, damit ich die vergessenen Heidelbeeren und den Weckmann der vergangenen Tage nicht erneut vergessen würde. Heute wurden sie dann endlich gegessen und haben geschmeckt.

Zwischen 16 und 17 Uhr gab es dann das Brötchen als verfrühtes Abendessen. Doch eines schmerzte heute tatsächlich. Meine fast lieb gewonnene Tradition des Feierabend-und-Start-ins-Wochenende-Weißbiers. Nächste Woche, darf ich dann wieder abends in Ruhe und wohlverdient meine Ayinger Bräuweisse genießen – ich freue mich!

Samstag
Der vorletzte Tag des 20/4-Fastens startete mit Verspannung und Kopfweh, welches sich mehr oder minder über den Tag hin zog. Hoffte ich noch, dass es sich nach dem Mittagessen legen würde, hatte sich dies leider nicht bewahrheitet.

Und ich muss ehrlich gestehen, dass ich die Minuten und abschließend sogar die Sekunden bis zum rettenden Ufer um 13:00 gezählt hatte. Ansonsten hatte ich mich nachmittags wieder gut eingeteilt und stündlich gegessen und getrunken um gut über die Stunden zu kommen.

Abends gab es dann, wie die anderen Tage auch, noch Tee zum Abschluss.

Sonntag
Der letzte Tag des Selbstexperimentes begann gleich mit einem „Schock“. Verglich ich mein Gewicht nämlich mit dem, der Vorwoche, so stand tatsächlich ein Plus von 100g zu Buche. Unverständlich, aber auch nach einem zweiten Versuch, zeigte mir die Waage das gleiche Gewicht an.

Auch ansonsten begann der Sonntag anders als üblich. Wo es sonst Brötchen, Kakao und Sonntagsei heißt, hieß es heute Morgen schlicht und einfach: ein Glas Wasser.

Das Sonntagsei wurde allerdings als Dessert nach dem Mittagessen nachgeholt. Der letzte Tag hatte sonst keine Überraschungen parat und auch das Warten bis zum Essensfenster um 13:00 wurde im Gegensatz zum Vortag ohne Probleme gemeistert.

Das Selbstexperiment wurde somit erfolgreich beendet.

Fazit:
Es war ein interessantes Selbstexperiment. Auf der einen Seite setze ich ja bereits seit März 2018 auf intermittierendes Fasten in Form 16/8. Daher war mir die Materie nicht ganz fremd.

Aber zuerst einmal das optimale Fenster für sich und die 20/4 Variante zu finden, war schon die erste Herausforderung. Und das zeitliche Fenster blieb auch der Knackpunkt des Selbstversuchs. Ich schaffte es zwar ohne größere Probleme bis 13:00 zu warten, oder nach 17:00 bis zum nächsten Tag zu fasten; aber die 4 Stunden die einem bleiben um zu essen und trinken, sind einfach zu knapp bemessen. Mal trank ich nicht genug (abgesehen von Wasser und abends Tee), mal verpasste ich es Obst zu essen…

Mit der 20/4 Variante setzt man sich meiner Meinung nach zeitlich einfach zu sehr unter Druck, wenn man es konsequent durchziehen möchte. Ich bin zwar absoluter Verfechter des Intervallfastens, würde jedoch Interessierten empfehlen, mit der 16/8 Variante anzufangen und sich gegebenenfalls auf 18/6 zu steigern.

Ich würde mich freuen, falls dieses Selbstexperiment vielleicht auch unter dem einen oder anderen von Euch für einen kleinen Anreiz gesorgt hat?